Nachdem wir in Taupo vorgestern kein Hostel mehr gefunden haben, sind wir direkt weiter nach Turangi gefahren. Dieser Ort liegt ebenfalls am Lake Taupo, dem größten See des Landes, allerdings 50 Kilometer weiter südlich. Gestern sind wir dann bereits um 05:30 in aller Herrgottsfrüh aufgestanden um die angeblich schönste eintägige Wanderung Neuseelands zu bestreiten, das Tongariro Alpine Crossing. Die Strecke zieht sich 20 Kilometer durch die Kraterlandschaft des Tongariro National Parks. Von unserem Hostel in Turangi aus sind wir nochmal 30 Minuten bis zum Ketetahi car park gefahren, dem Ziel unserer Wanderung. Von hier aus hat uns ein Bus nach weiteren 30 Minuten zum Mangatepopo car park gebracht. Von hier aus sollte unsere Wanderung starten. Es war 07:26 als wir losgelaufen sind.
Die ersten 2 Stunden sind wir durch das Mangatepopo-Valley bis zum Sout Crater aufgestiegen. Bereits hier war die Vegetation spärlich. Außer ein paar verschiedenen Gräßern, die hier und da zwischen Steinen hervorsprießten, gab es keine Pflanzen. Auf dem South Crater angekommen musste jegliches Grün Fels und Sand weichen. Von hier aus gab es eine Zusatzroute, welche für uns einfach Pflicht war. Die Besteigung des Mount Ngauruhoe, einige von euch dürften ihn als "Schicksalsberg" kennen (Mount Ngauruhoe und die Umgebung außenrum dienten Peter Jackson in seinen Herr der Ringe - Filmen als Kulisse für Mount Doom und Mordor), war ein Abenteuer für sich. Es gibt keinen ausgeschilderten Weg auf den auf 2287 Metern liegenden Kraterrand. Wer die atemberaubende Aussicht über Mordor genießen will, muss den alten Lavaströmen folgen und sich bei einer Steigung von 45° bis nach oben kämpfen. Wie Frodo und Sam mit Gollum auf den Fersen haben wir uns also auf den Weg gemacht. Oben angekommen haben wir einmal den Krater umrundet und hatten einen unglaublichen Blick auf die karge Landschaft des Nationalparks. Außerdem haben wir hier oben doch tatsächlich Schnee gefunden. Maxi war ganz glücklich und hat diesen erstmal auf seine Qualität getestet ;).
Danach ging es an den Abstieg, und hier wurde es echt anspruchsvoll, da der gesamte Vulkan gefühlt nur aus Geröll und Kies bestand und es eher ein runterrutschen als ein runterlaufen war. Dennoch hat es rießen Spaß gemacht und der knöchelhohe Kies hat sich angefühlt wie Tiefschnee. Wieder unten ging es über den South Crater, welcher einer Wüste ähnelt, bis zum Red Crater hinauf. Hier hatten wir nochmal einen schönen Blick auf Mount Doom.
Von diesem Punkt aus ging es dann nur noch Berg ab, an den Emerald Lakes vorbei, an deren Ufern Schwefelablagerungen zu sehen sind, und die einen schwefeligen Geruch verbreiten, durch den Central Crater zum Blue Lake. Hier haben wir eine letzte Essenspause eingelegt. Unser Proviant bestand aus Äpfeln, gekochten Eiern, Müsliriegeln, Keksen und Schinkentoasts. Den größten Teil hatten wir bereits auf Mount Doom gegessen und am Red Crater bekam jeder ein zweites Schinkentoast. Am Blue Lake wurden also nur noch die letzten Eier vernichtet.
Mit jedem weiteren Schritt bergab kamen auch langsam die Gräßer zurück, während die schiere Größe des Lake Taupo nur am Horizont zu erahnen war.
Ungefähr 1,5 Stunden später sind wir kurz unterhalb der Ketetahi Hut sogar durch bewaldetes Gebiet gelaufen. Der Wald war eine Mischung aus tropischen Pflanzen und Laubbäumen und in anbetracht der prallen Sonne, der wir den ganzen Tag ausgesetzt waren, spendete uns der Schatten der Bäume eine willkommene Abkühlung. Um 18:30 waren wir wieder bei unserem Auto am Ketetahi car park. Ganze 11 Stunden und 4 Minuten sind wir durch den Tongariro National Park gelaufen und es war definitiv die beste Wanderung, die wir bisher gemacht haben. Diese unwirklich erscheinende Vulkanlandschaft und die unglaubliche Aussicht - wir haben sogar den Mount Taranaki am Horizont gesehen, einen kegelförmigen Vulkan, welcher 150 Kilometer Luftlinie entfernt an der Westküste Neuseelands liegt - haben dieses Erlebnis einzigartig gemacht.
Heute sind wir zurück nach Taupo gefahren, da wir hier mittlerweile ein Hostel bekommen haben. Die nächsten Tage werden wir also Taupo unsicher machen.
-Felix
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