Samstag, 30. Januar 2016

Kayaktour im Abel Tasman National Park

Wir sind noch am Abend unserer Ankunft aus dem kleinen Hafenörtchen Picton abgereist und haben uns auf dem Weg nach Nelson gemacht. Nach einer Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz - wir leben uns mit unseren Zelten so langsam ein - sind wir am nächsten Morgen in dem Städtchen angekommen. Die Kirche ist ganz nett, eine schöne Fußgängerzone gibt's auch aber sonst war in Nelson nicht wirkich etwas zu sehen, was unser Interesse geweckt hätte. Für uns schon eher von Bedeutung war die Region um Nelson herum. In der Nähe liegt unter anderem der Abel Tasman National Park. Andi und Johannes (zwei Schulfreunde, die auch nichts besseres zu tun haben als durch Neuseeland zu reisen) hatten uns gefragt, ob wir nicht Lust auf eine Kayaktour durch den Nationalpark hätten. Alex und ich haben daraufhin bei der Agentur die Tour gebucht. Maxi, welcher nach eigener Aussage kein großer Fan des Kayakfahrens ist, hat sich für die gleiche Route zu Fuß entschieden. So sollten wir den Nationalpark also aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen. Nach einer weiteren Nacht auf einem Campingplatz sind wir nach Motueka gefahren, der letzten "Stadt" vor dem Nationalpark. Hier hatten wir noch einiges zu erledigen: Rucksäcke mussten umgepackt werden, Essen war zu besorgen und es wurde mal wieder höchste Zeit für eine Nacht im Hostel um Wäsche zu waschen, eine warme Dusche zu genießen und einfach mal wieder zu entspannen. Am Tag darauf ging es los. Um 8:45 Uhr waren wir in Marahau am Strand und packten Lebensmittel und Klamotten für die nächsten 3 Tage in unser Kayak. Danach gab es eine zweistündige Einweisung, deren Inhalt wir uns allerdings innerhalb von 5 Minuten selbst erschließen hätten können. Naja, da mussten wir nunmal durch. Das Wetter war auch alles andere als das, was wir uns vorgestellt hätten. Ein wolkenverhangener Himmel und Regen, ganz nach dem Motto: Ihr werdet ja sowieso gleich nass. Früher oder später sind wir dann auch endlich auf dem Wasser gelandet und es ging los.

Unsere Route

Unser erstes Ziel war Fisherman Island. Diese haben wir umrundet und uns auch gleich die benachbarte Adele Island genauer angesehen.In der Zwischenzeit hatte es aufgehört zu regnen und ein bisschen aufgeklart. Weiter ging es zum Te Pukatea Bay, wo wir unser Mittagessen zu uns genommen haben. Essen für die 3 Tage zu kaufen hat sich im Supermarkt als echte Herausforderung heraus gestellt. Geendet sind wir mit Reis, Nudeln, Dosenfutter und einem Haufen Äpfel. Außerdem Käse, Brot und Salami als echtes Luxusgut. Nachdem wir uns am Strand ein bisschen die Sonne auf die Haut brennen ließen, haben wir die letzten 30 Minuten unserer ersten Tagesetappe hinter uns gebracht und in der Anchorage Bay unsere Zelte aufgeschlagen. Hier haben wir auch Maxi wieder getroffen und erstmal gemeinsam "gekocht" - Dosenchilli mit Reis :). Am nächsten Morgen war das Wetter wieder schlecht. Das hat uns aber nicht davon abgehalten wieder in See zu stechen. Gegen Wind und Wellen haben wir angekämpft um gegen den hohen Seegang wieder aus der Anchorage Bay herauszukommen. Da ist mir doch tatsächlich ein bisschen flau im Magen geworden. Das hat uns allerdings nicht aufgehalten und gut 2 Stunden später sind wir in der Mosquito Bay angekommen.



Diese Bucht ist nur vom Wasser aus zugänglich und wirklich idyllisch. Gut geschützt und fast komplett von Küste umschlossen ist sie nur bei Flut mit Wasser gefüllt. Wir haben uns erstmal ein schönes Plätzchen auf dem kleinen Campingplatz gesucht und unsere Zeltchen aufgebaut. Dann ging's ans Mittagessen. Inzwischen hatte es auch wieder aufgeklart und die Sonne ließ sich blicken. Als der Hunger gestillt war haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Es ging weiter nördlich für eine Umrundung von Tonga Island. Auf allen Inseln hat man immer wieder Robben und Seevögel beobachten können. Von der Insel aus haben wir dann Tonga Quarry angesteuert, den Campingplatz an dem Maxi die kommende Nacht verbringen sollte. Hier hab ich mir dann erstmal eine Abkühlung im Meer gegönnt. Maxi war allerdings noch nicht da, und so mussten wir den Topf, welcher der Grund unseres Besuchs war, bei Campern zurücklassen, in der Hoffnung, dass er Maxi erreicht (Maxi hätte diesen Abend sonst hungern müssen, da er zwar einen Gaskocher für seine Nudeln hatte, aber eben keinen Topf).


Gegen 17:00 Uhr haben wir uns auf den Rückweg zur Mosquito Bay gemacht und uns, dort angekommen, um unser eigenes Abendessen gekümmert. Heute morgen haben wir uns dann auf den Rückweg nach Marahau gemacht, und auf dem Weg dahin die Küstenregion angeschaut, welche wir beim Hinweg verpasst hatten. Alles in allem war es eine schöne Tour und ein etwas anderer Blick auf den aus Stränden und Regenwald bestehenden Nationalpark. Auch hat es gut getan, mal wieder andere bekannte Gesichter zu sehen. Andi und Johannes werden nun die Nordinsel anschauen, während wir den Süden unsicher machen. Die 3 Tage waren durchaus anstrengend und jetzt ist erstmal Hostelzeit ;).

-Felix

Montag, 25. Januar 2016

Minimal Camping am Cape Palliser

Nachdem wir von der Hauptstadt genug gesehen hatten, sind wir 2,5 Stunden in Wellingtons Hinterland gefahren. Halt gemacht haben wir auf einem Campingplatz an der Küste, welcher gleichzeitig Einstieg für einen Wanderweg war. Eine Toilette war alles, was der Campingplatz zu bieten hatte, aber das hat uns gereicht, dafür waren wir ja hier. Nachdem wir uns ein Plätzchen gesucht hatten, viel los war nicht gerade, ging's daran das erste Mal die Zelte aufzubauen. Das hat allerdings kein Problem dargestellt, wir haben was die Zelte angeht definitiv einen guten Kauf gemacht.


Die erste Nacht haben wir scheinbar so gut geschlafen, dass wir erst um 10:00 Uhr aufgestanden sind. Eventuell waren wir aber einfach faul. Nach einer spontanen Dusche, wir hatten ja Wasser aus einem Bach und ein paar lehre Flaschen, waren wir dann abmarschbereit. Gegen Mittag sind wir durch ein Flussbett zu den ca. 1,5 Stunden entfernten Pinnacles gelaufen.


Da die Region generell sehr trocken ist, haben Wind und Wetter diese Steinsäulen aus dem Boden wachsen lassen. Eine weitere Stunde haben wir damit zugebracht, durch das Labyrinth aus Säulen und Hügeln und Schluchten bergauf und bergab zu laufen.



Danach liefen wir nochmals 20 Minuten auf einen Aussichtspunkt von dem aus man die ganze Formation nochmals von oben sehen konnte. Gegen 16:00 waren wir dann wieder am Camp und haben angefangen unsere Sachen zu packen und weiter zu ziehen. Der nächste Halt war ein weiterer Campingplatz ungefähr 30 Minuten weiter südlich. Auch hier waren wir direkt an der Küste und auch hier hatten wir nichts weiter als einer Toilette. Diesmal ging das Zeltaufbauen schneller.


Als das erledigt war, haben wir unseren alten Campingkocher rausgeholt und erstmal ein paar Nudeln mit Karotte, Zucchini und Ei gekocht. Wir haben die Mengen nicht angepasst seid Alex und verlassen hat und mussten nun feststellen, dass wir auch ohne Probleme zu zweit 500 Gramm Nudeln verdrücken können.


Von unserem Picknicktisch aus hatten wir einen super Blick darauf, wie die Sonne langsam hinter der Südinsel versunken ist. Am nächsten Morgen sind wir an der Küste entlang zum Leuchtturm gelaufen - Cape Palliser. Es war unglaublich heiß und trocken und die Sonne ist nur so auf uns runter gebrannt. Auf dem Weg kamen wir an der größten Robbenkolonie der Nordinsel vorbei und hatten die Gelegenheit, den Jungtieren beim spielen zuzusehen. Die, an dieser Stelle felsige Küste, war von einer Vielzahl dieser Meeressäuger bevölkert. Unter ihnen war auch ein gut 2,5 Meter langer und bestimmt 300 kg schwerer Seelöwe, der sich die Sonne auf den Pelz brennen ließ.




Nach einer Zeit hatten wir genug Robben gesehen und haben die 250 Stufen bis zum Leuchtturm erklommen. Von hier oben hatte man einen guten Ausblick über die Küste und die ununterbrochen am Horizont sichtbare Südinsel.



 Irgendwann haben wir uns auf den Rückweg zu unserem Camp gemacht. Verschwitzt und überhitzt haben wir dann erstmal die Wassertemperatur getestet. Fazit: Es ist Schweinekalt! An diesem Abend haben wir von zwei Kiwis, beide Hobbyfischer, Fisch und Paua (unserer Meinung nach irgend eine Art Meerschnecke) probieren lassen, welche sie tagsüber gefangen hatten. Nach den fleischlosen letzten Tagen waren uns diese Delikatessen sehr willkommen. Am nächsten Morgen haben wir uns nach einer Komplettaufräumaktion unseres Autos zurück auf den Weg Richtung Wellington gemacht. Nachdem wir in Lower Hutt, einer größeren Stadt auf der anderen Seite des Wellingtoner Hafen unsere Vorräte aufgefüllt hatten, haben wir uns nach einem Schlafplatz umgesehen. Die Wahl viel auf einen Campingplatz mitten im Wald. Der Reiz hierbei war, dass wir erstmal 15 Minuten vollbepackt durch den Wald laufen mussten um zum Platz zu gelangen. Das hat uns gezeigt, dass wir auf jeden Fall einiges im Auto lassen müssen, wenn es an irgendwelche Mehrtagestouren geht. Die letzte Nacht haben wir idyllisch mit Lagerfeuer im Wald verbracht.


Heute morgen ging es dann zurück nach Wellington, um Alex wieder vom Flughafen abzuholen. Nachdem wir in Wellington noch ein bisschen die Zeit totgeschlagen haben, sind auf die Fähre zur Südinsel gefahren. Jetzt sitze ich gerade hier und schaue dabei zu, wie wir in den Hafen von Picton einlaufen. Vier Monate hat es gedauert, doch jetzt sind wir endlich hier, auf der "schönsten" Insel Neuseelands.




-Felix

Donnerstag, 21. Januar 2016

Wellington

Die letzten 5 Tage haben wir in Neuseelands Hauptstadt verbracht - Wellington. Diese liegt ganz im Süden der Nordinsel und war seid jeher die Brücke zwischen Nord und Süd. Wir sind gegen Abend in Wellington angekommen. Da wir den ganzen Tag im Auto saßen - wir kamen ja von New Plymouth - haben wir uns erstmal an der Hafenpromenade ein bisschen die Beine vertreten. Die erste Nacht haben wir dann außerhalb der Stadt im Auto geschlafen. Den Vormittag des zweiten Tages haben wir in Wellingtons Botanischen Gärten verbracht. Auf einem kleinen Hügel am Rande der Innenstadt gelegen sind sie ein beliebter Rückzugsort für die Wellingtoner, für uns allerdings nicht wirklich etwas besonderes. Einzig außergewöhnlich an der Anlage war die alte Cablecartbahn, mit der man von der Stadt aus hinauf fahren könnte, wenn man zu faul zum laufen wäre. War uns aber zu teuer, wir haben die Paar Höhenmeter lieber zu Fuß erklommen. Danach sind wir in unser Hostel gefahren, welches direkt im Zentrum Wellingtons gelegen ist. Hier hatten wir das Problem, das die dazugehörige Parkgarage 20$ pro Nacht gekostet hätte, Geld das wir nicht bereit waren auszugeben. Wir mussten mit dem Auto also raus aus der Innenstadt. Nachdem das Gepäck also im Hostel verstaut war haben wir uns mit dem Auto auf die Suche nach einem kostenlosen Parkplatz für die nächsten paar Tage gemacht - leichter gesagt als getan. Immerhin ist der Großraum Wellington mit seinen 600000 Einwohnern eine eher mehr bevölkerte Gegend Neuseelands. Letztendlich sind wir aber doch fündig geworden und haben in einem Vorort einen Parkplatz gefunden - soweit so gut. Die nächste Stunde haben wir dann damit verbracht, vom Parkplatz zurück ins Hostel zu laufen. Aber immerhin haben wir 60$ gespart. Am nächsten Tag ging es auf dem Mount Victoria hinauf, einen - wer hätte es gedacht - Vulkan, oder wohl eher Hügel am Rand der Innenstadt, der als Aussichtspunkt bekannt ist. Von oben hatte man tatsächlich eine schöne Aussicht über Wellingtons Hafen und Innenstadt. Auch auf dem Mount Victoria gelegen befindet sich ein Drehort für den ersten Herr der Ringe Film, nähmlich der Wald am Rande des Auenlands.



Am Nachmittag sind wir dann ins Te Papa gegangen. Direkt am Hafen gelegen handelt es sich hierbei um Neuseelands Nationalmuseum. Das Museum hat uns echt beeindruckt. Von der ersten Besiedelung der Insel, über die Geschichte der Maori, bis hin zu Neuseelands beteiligung im ersten Weltkrieg wurde alles detailreich und aufwändig präsentiert, und dazu auch noch kostenlos. Die nächsten 5 Stunden haben wir daher im Museum verbracht und etwas mehr über die Geschichte und Kultur Neuseelands gelernt. Zur Außstellung gehört unter anderem auch der größte Riesenkalmar der Welt. Das Museum ist definitiv einen Besuch wert. Am vierten Tag sind wir mit dem Bus zu den Weta Caves gefahren. Der Weta Workshop produziert Waffen, Rüstungen, Kostüme und Masken für Filme. Bekannt sind die Weta Caves natürlich für Herr der Ringe aber auch Filme wir Narnia oder Avatar. Im Shop kann man hier kaufen was das Nerdherz begehrt, von Bilbos Pfeife bishin zu Saurons Streitkolben ist alles dabei. Die Tour hinter die Kulissen war für den Tag leider ausgebucht. Wir sind deshalb zurück in die Stadt und haben noch ein paar Einkäufe erledigt. Unter anderem haben wir 3 Zelte gekauft, da wir auf der Südinsel jetzt öfter campen wollen.



Heute sind wir in der früh erstmal in aller Eile durch die Hügel von Wellingtons Vororten bis zum Auto gelaufen. Wir waren ein bisschen unter Zeitdruck, da wir für 11:30 eine Führung bei den Weta Caves gebucht haben. Somit haben wir die Strecke wohl in Rekordzeit von 40 Minuten zurückgelegt - was man nicht alles tut um ein paar Dollar zu sparen. Die Führung durch den Workshop war echt interessant. Es ist faszinierend wie echt und real die zum größten Teil aus Kunststoff produzierten Rüstungen und Waffen doch sind und was für ein unglaublicher Aufwand hinter der ganzen Sache steckt, früher noch mehr als heute. Das Modell, welches für King Kong verwendet wurde, hat z.B. ein Fell aus Yak-Haar, wobei jedes Haar einzeln mit kleinen Nadeln an dem Rohkörper befestigt wurde.


Nach der Tour hieß es für uns dann aber auch erstmal wieder Auf Wiedersehen Wellington. Die Hauptstadt mit ihrem kompakten Stadtkern und den auf grünen Hügeln außenrum gelegenen Vororten hat mir wirklich gut gefallen. Jetzt geht es erstmal Richtung Osten in die Wildnis, wo wir ein paar Tage campen werden, bis wir am 25. den Alex abholen und auf die Südinsel reisen. Ich hab vermutlich keinerei Empfang mehr, von daher werdet ihr frühestens am 25. wieder von mir hören.

-Felix

Samstag, 16. Januar 2016

Mount Taranaki

Mal wieder hat der Wecker um 6:00 Uhr geklingelt, aber wenn einem so ein spannender Tag bevorsteht, wie uns heute, dann fällt einem das Aufstehen um einiges leichter als wenn man weiß, dass man die nächsten 10 Stunden Honeyboxes schleppt. Nach kurzem Frühstück sind wir also los. Nachdem wir uns gestern ausreichend mit Proviant eingedeckt hatten und in einem Museum über lokale Geschichte und Kultur alles über den schlafenden Riesen in Erfahrung gebracht haben, was wir wissen wollten, war es heute endlich soweit. Es ging an die Besteigung des Mount Taranaki, ein für die Maori heiliger Ort. Nach einer Maori Legende ist der Taranaki ein Berggott, welcher ursprünglich zusammen mit den Göttern Ruapehu, Ngauhuroe und Tongariro am Ufer des Lake Taupo zusammenlebte. Wegen einem Streit mit Tongariro um die Liebe Pihangas, war Taranaki dazu gezwungen zu fliehen und ließ sich an der Westküste nieder wo er jetzt steht. Gegen 7:30 sind wir vom North Egmont Visitor Center, welches auf ca. 900 Metern liegt losgelaufen. Die erste Stunde ging es durch Regenwald, welcher anfangs baumhoch, später nur noch strauchhoch wuchs.



Die nächste halbe Stunde sind wir durch eine Schlucht mit spärlicher Vegetation weiter aufgestiegen.


Am oberen Ende der Schlucht angekommen fanden wir uns auf einem Geröllfeld wieder, welches, wie wir beim Aufstieg auf den Mount Ngauhuroe schon festgestellt haben, das Heikle beim Besteigen von Vulkanen ist. Je höher man kommt, desto mehr Geröll rutscht einem um die Füße. Mal wieder sind wir für jeden Schritt nach oben wieder um die Hälfte nach unten gerutscht. Die Durchquerung dieses Streckenabschnitts war daher ziemlich zeitaufwändig.


Nach dem Geröllfeld wurde es aber erst richtig spannend, denn die letzten 400 Höhenmeter bis zum Gipfel gab es gar keinen Weg mehr, wo auch, bestand die Strecke doch nur noch aus Felsbrocken. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß beim klettern :).


Nach gut 3 Stunden waren wir am Krater angekommen. Dieser ist das ganze Jahr von Schnee bedeckt, so dass wir erstmal ein bisschen über die Schneedecke gestackst sind, in der Hoffunung, das der Vulkan mit seinem nächsten Ausbruch bis morgen warten würde. Taranaki ist nämlich immer noch aktiv und "schläft" nur, was ihm den Beinamen The Sleeping Giant eingebracht hat.


Vom Krater bis zum Gipfel waren es nochmal ungefähr 15 Minuten heitere Kletterei bis wir dann auf 2518 Metern gestanden sind und die unglaubliche Aussicht über ein Wolkenmeer genießen konnten. An klaren Tagen ist die Sicht von hier oben bestimmt unglaublich, aber auch heute war trotz einigen Wolken überweltigend. Wir haben vielleicht nicht alle Wälder und Wiesen bestaunen können, die auf dem fruchtbaren Boden um den Vulkan gelegen sind, aber Richtung Osten konnten wir die Gipfel des Ruapehu und des Ngauhuroe bestaunen, die wie Inseln aus dem Wolkenmeer aufgeragt haben und Richtung Süden haben wir den Ozean gesehen und konnten auch eins unserer nächsten Ziele erspähen, denn hinter dem Ozean am Horizont war die Küste der Südinsel zu sehen. Richtung Westen und Norden war es leider zu bewölkt um eine gute Aussicht zu haben, aber wir waren trotzdem zufrieden.




Nach einem kräftigenden Mittagessen bestehend aus Müsliriegeln, Äpfeln, Gurke und Karotte ging es dann wieder an den Abstieg. Natürlich haben wir uns auf der verschneiten Schräge im Krater vorher noch im Skifahren versucht. Ging ganz gut, wäre mit Ski aber wohl deutlich besser gewesen.


Der Abstieg war wegen der Kletterpassagen und dem Geröllfeld nicht viel schneller als der Aufstieg, aber an Zeit mangelte es uns ja ohnehin nicht. Wir waren froh, bereits so früh losgegangen zu sein, da uns auf dem Abstieg deutlich mehr Menschen entgegen kamen. Mount Taranaki ist nunmal der meistbestiegene Berg Neuseelands. Nach ungefähr 6 Stunden ( + eine Stunde oben auf dem Gipfel) waren wir dann aber auch wieder unten. Morgen geht's wohl weiter in Richtung Wellington, ihr werdet es erfahren ;).

-Felix

Donnerstag, 14. Januar 2016

The Road To New Plymouth

In aller Früh sind wir heute um 6:00 Uhr aus Hamilton abgereist. Der Grund dafür war ein geplanter Zwischenstopp in Waitomo bevor wir nach New Plymouth fahren. Die Region um Waitomo herum ist für ihre atemberaubenden Höhlen bekannt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben um 8:00 Uhr an einer 5 Stündigen Rafting-Tour durch eine dieser Höhlen teilgenommen. Mit Neoprenanzügen und Helmen ausgestattet ging es los. Nach einer kurzen Fahrt zum Eingang der Höhle und einer kurzen Einweisung in die Techniken mussten wir uns erstmal 35 Meter in die schwarze Dunkelheit abseilen. Danach ging es über einen Flying Fox in völliger Dunkelheit an einen unterirdischen Fluss. Während des Flying Fox konnten wir auch die Lebewesen beobachten, für die die Waitomo Caves so berühmt sind - Glühwürmchen. Am Ufer des Flusses haben wir erstmal eine kleine Stärkung zu uns genommen - es gab Kuchen und Kakao. Danach ging es mit einem großen Sprung in den Fluss. Das etwa 10°C kalte Wasser hat sich durch den Neoprenanzug gottseidank angefühlt wie - 10°C! An der Höhlendecke über dem Fluss waren die Glühwürmchen am beeindruckendsten. Wie der Himmel bei Nacht war die ganze Höhlendecke mit kleinen gelblich-grünen Punkten überzogen. Nach einer kurzen Gewöhnung an die Wassertemperatur sind wir ungefähr 200 Meter flussaufwärts gegen die Strömung geschwommen. Wir reden hier auf jeden Fall von dem coolsten Ort an dem ich in meinem Leben bis jetzt ein Bad genommen habe. Nach diesen 200 Metern verkleinerte sich der Fluss in ein randvoll mit Wasser gefülltes Loch, durch welches ein Erwachsener gerade so durchgepasst hätte. Ohne Taucherausrüstung wäre es hier aber nicht weiter gegangen. Wir sind deshalb wieder Flussabwärts geschwommen und haben uns durch dünne Spalten, einen Wasserfall herunter unds 2 Wasserfälle hinauf gekämpft, bis wir wieder Tageslicht erspäht haben. Es war früher Nachmittag als wir die - in diesem Moment willkommenen - aggressiven Strahlen der neuseeländischen Sonne wieder auf unserer Haut gespürt haben. Abschließend ging es für eine heiße Dusche und warme Suppe zurück zu den Räumlichkeiten des Tourorganisators. Außreichend gestärkt mit diesem im Preis enthaltenen Mittagessen haben Maxi und ich uns dann aber endlich auf den Weg nach New Plymouth gemacht. Die Straße verlief zielstrebig an der Küste entlang zur Stadt im Schatten des Berges. Mittlerweile sind wir in New Plymouth angekommen und planen bereits die Besteigung dieses einsamen Riesen, des Mount Taranaki.


-Felix

Mittwoch, 13. Januar 2016

Hamilton

Die letzten 10 Tage waren wir in Hamilton bei einer Wwoofing-Familie zu Gast. Nach unserem 3. und vorraussichtlich auch letzten Wwoofing-Aufenthalt kann ich dieses Konzept aber definitiv an jeden weiter empfehlen, der in einem fremden Land mit Einheimischen in Kontakt kommen möchte. Wie bereits bei unseren anderen Erfahrungen wurden wir bestens versorgt, und hatten mal wieder um einiges besseres Essen als wir uns selbst gegönnt hätten. Die Arbeit bestand diesmal hauptsächlich aus Zaun streichen und Beete anlegen. Hamilton war allerdings nicht die beste Wahl, was die Location angeht. Es ist zwar gut und Zentral gelegen und mag zum wohnen eine ganz gute Athmosphäre liefern, zum Reisen ist es allerdings eher ungeeignet. Der Grund dafür: Hamilton ist einfach richtig langweilig. Um Hamilton rum gab es für uns,  mit Ausnahme der Hamilton Gardens, einer in Stilen verschiedener Länder angelegten Gartenanlage, nichts interessantes.

Deshalb und auch weil wir langsam Panik bekommen, dass uns die Zeit nicht reicht, geht es morgen weiter. Uns bleiben noch gut zweieinhalb Monate und da wir diese jetzt nur noch mit Reisen verbringen wollen, sollte es mit der Zeit eigentlich auch überhaupt kein Problem sein. Fakt ist aber das wir wohl so langsam genug Zeit auf der Nordinsel verbracht haben. Deshalb geht es jetzt ziemlich schnell Richtung Süden.

Für den Fall, das irgendjemand von euch mal nach Neuseeland kommt, haltet euch nicht mit Hamilton auf ;).

-Felix

Mittwoch, 6. Januar 2016

Taupo


Die Tage um Silvester herum haben wir in der am gleichnamigen See gelegenen Stadt Taupo verbracht. Taupo ist einer dieser Fleckchen Erde, wo es sich aushalten lässt. Der See vor der Haustür, der unglaubliche Tongariro National Park eine halbe Autostunde entfernt, was will man mehr. Wirklich groß ist die "Stadt" mit ca. 23000 Einwohnern aber nicht. Silvester haben wir mit Leuten aus unserem Hostel gefeiert. Wir hatten eine lässige Gruppe aus Deutschen, Kanadiern und Schweden und echt einen lustigen Abend. Die Stadt hatte ein Feuerwerk organisiert, welches zwar direkt am See ziemlich beeindruckend aussah, leider aber nur für 3-4 Minuten. Uns hat das an diesem Abend allerdings nur ein kleines bisschen gestört, wir hatten trotzdem Spaß. Die Tage nach Silvester haben wir wohl gebraucht um mal wieder ein bisschen zu entspannen, wirklich produktiv waren wir nähmlich nicht. In den nächsten 2 Tagen haben wir es nur geschafft, die Huka Falls anzuschauen. Hier wird der 100 Meter breite Waikato River, der einzige Wasserabfluss des Lake Taupo, durch einen 15 Meter breiten Canyon gedrückt und fällt dann 11 Meter in die Tiefe.



Von dort aus sind wir 2 Stunden bis zum Aratiatia-Staudamm gelaufen. Dieser wird 3 mal täglich geöffnet und man kann beobachten wie sich die Wassermassen durch die Schlucht pressen. Der Weg dorthin war allerdings eher mau. Am nächsten Tag hat es geregnet, was uns allerdings nicht davon abgehalten hat, den Spa Thermal Park zu besuchen. Ähnlich wie am Hotwater Beach gibt es hier Hot Springs. Anders als am Beach ist es hier ein heißer Bach, der in den Waikato River fließt. Da man hier nicht nach seinem Wasser budeln muss und weil es - wahrscheinlich wegen des schlechten Wetters - nicht ganz so voll war wie am Hotwater Beach, haben uns diese Hotsprings fast besser gefallen. Am 4. Januar haben wir uns von Alex getrennt, der die nächsten 3 Wochen  mit seinen Eltern in Australien unterwegs ist. Maxi und ich haben uns dann auf den Weg nach Hamilton gemacht, wo wir nochmal bei einer Wwoofing-Familie zu Gast sind.