Samstag, 16. Januar 2016

Mount Taranaki

Mal wieder hat der Wecker um 6:00 Uhr geklingelt, aber wenn einem so ein spannender Tag bevorsteht, wie uns heute, dann fällt einem das Aufstehen um einiges leichter als wenn man weiß, dass man die nächsten 10 Stunden Honeyboxes schleppt. Nach kurzem Frühstück sind wir also los. Nachdem wir uns gestern ausreichend mit Proviant eingedeckt hatten und in einem Museum über lokale Geschichte und Kultur alles über den schlafenden Riesen in Erfahrung gebracht haben, was wir wissen wollten, war es heute endlich soweit. Es ging an die Besteigung des Mount Taranaki, ein für die Maori heiliger Ort. Nach einer Maori Legende ist der Taranaki ein Berggott, welcher ursprünglich zusammen mit den Göttern Ruapehu, Ngauhuroe und Tongariro am Ufer des Lake Taupo zusammenlebte. Wegen einem Streit mit Tongariro um die Liebe Pihangas, war Taranaki dazu gezwungen zu fliehen und ließ sich an der Westküste nieder wo er jetzt steht. Gegen 7:30 sind wir vom North Egmont Visitor Center, welches auf ca. 900 Metern liegt losgelaufen. Die erste Stunde ging es durch Regenwald, welcher anfangs baumhoch, später nur noch strauchhoch wuchs.



Die nächste halbe Stunde sind wir durch eine Schlucht mit spärlicher Vegetation weiter aufgestiegen.


Am oberen Ende der Schlucht angekommen fanden wir uns auf einem Geröllfeld wieder, welches, wie wir beim Aufstieg auf den Mount Ngauhuroe schon festgestellt haben, das Heikle beim Besteigen von Vulkanen ist. Je höher man kommt, desto mehr Geröll rutscht einem um die Füße. Mal wieder sind wir für jeden Schritt nach oben wieder um die Hälfte nach unten gerutscht. Die Durchquerung dieses Streckenabschnitts war daher ziemlich zeitaufwändig.


Nach dem Geröllfeld wurde es aber erst richtig spannend, denn die letzten 400 Höhenmeter bis zum Gipfel gab es gar keinen Weg mehr, wo auch, bestand die Strecke doch nur noch aus Felsbrocken. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß beim klettern :).


Nach gut 3 Stunden waren wir am Krater angekommen. Dieser ist das ganze Jahr von Schnee bedeckt, so dass wir erstmal ein bisschen über die Schneedecke gestackst sind, in der Hoffunung, das der Vulkan mit seinem nächsten Ausbruch bis morgen warten würde. Taranaki ist nämlich immer noch aktiv und "schläft" nur, was ihm den Beinamen The Sleeping Giant eingebracht hat.


Vom Krater bis zum Gipfel waren es nochmal ungefähr 15 Minuten heitere Kletterei bis wir dann auf 2518 Metern gestanden sind und die unglaubliche Aussicht über ein Wolkenmeer genießen konnten. An klaren Tagen ist die Sicht von hier oben bestimmt unglaublich, aber auch heute war trotz einigen Wolken überweltigend. Wir haben vielleicht nicht alle Wälder und Wiesen bestaunen können, die auf dem fruchtbaren Boden um den Vulkan gelegen sind, aber Richtung Osten konnten wir die Gipfel des Ruapehu und des Ngauhuroe bestaunen, die wie Inseln aus dem Wolkenmeer aufgeragt haben und Richtung Süden haben wir den Ozean gesehen und konnten auch eins unserer nächsten Ziele erspähen, denn hinter dem Ozean am Horizont war die Küste der Südinsel zu sehen. Richtung Westen und Norden war es leider zu bewölkt um eine gute Aussicht zu haben, aber wir waren trotzdem zufrieden.




Nach einem kräftigenden Mittagessen bestehend aus Müsliriegeln, Äpfeln, Gurke und Karotte ging es dann wieder an den Abstieg. Natürlich haben wir uns auf der verschneiten Schräge im Krater vorher noch im Skifahren versucht. Ging ganz gut, wäre mit Ski aber wohl deutlich besser gewesen.


Der Abstieg war wegen der Kletterpassagen und dem Geröllfeld nicht viel schneller als der Aufstieg, aber an Zeit mangelte es uns ja ohnehin nicht. Wir waren froh, bereits so früh losgegangen zu sein, da uns auf dem Abstieg deutlich mehr Menschen entgegen kamen. Mount Taranaki ist nunmal der meistbestiegene Berg Neuseelands. Nach ungefähr 6 Stunden ( + eine Stunde oben auf dem Gipfel) waren wir dann aber auch wieder unten. Morgen geht's wohl weiter in Richtung Wellington, ihr werdet es erfahren ;).

-Felix

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