Montag, 25. Januar 2016

Minimal Camping am Cape Palliser

Nachdem wir von der Hauptstadt genug gesehen hatten, sind wir 2,5 Stunden in Wellingtons Hinterland gefahren. Halt gemacht haben wir auf einem Campingplatz an der Küste, welcher gleichzeitig Einstieg für einen Wanderweg war. Eine Toilette war alles, was der Campingplatz zu bieten hatte, aber das hat uns gereicht, dafür waren wir ja hier. Nachdem wir uns ein Plätzchen gesucht hatten, viel los war nicht gerade, ging's daran das erste Mal die Zelte aufzubauen. Das hat allerdings kein Problem dargestellt, wir haben was die Zelte angeht definitiv einen guten Kauf gemacht.


Die erste Nacht haben wir scheinbar so gut geschlafen, dass wir erst um 10:00 Uhr aufgestanden sind. Eventuell waren wir aber einfach faul. Nach einer spontanen Dusche, wir hatten ja Wasser aus einem Bach und ein paar lehre Flaschen, waren wir dann abmarschbereit. Gegen Mittag sind wir durch ein Flussbett zu den ca. 1,5 Stunden entfernten Pinnacles gelaufen.


Da die Region generell sehr trocken ist, haben Wind und Wetter diese Steinsäulen aus dem Boden wachsen lassen. Eine weitere Stunde haben wir damit zugebracht, durch das Labyrinth aus Säulen und Hügeln und Schluchten bergauf und bergab zu laufen.



Danach liefen wir nochmals 20 Minuten auf einen Aussichtspunkt von dem aus man die ganze Formation nochmals von oben sehen konnte. Gegen 16:00 waren wir dann wieder am Camp und haben angefangen unsere Sachen zu packen und weiter zu ziehen. Der nächste Halt war ein weiterer Campingplatz ungefähr 30 Minuten weiter südlich. Auch hier waren wir direkt an der Küste und auch hier hatten wir nichts weiter als einer Toilette. Diesmal ging das Zeltaufbauen schneller.


Als das erledigt war, haben wir unseren alten Campingkocher rausgeholt und erstmal ein paar Nudeln mit Karotte, Zucchini und Ei gekocht. Wir haben die Mengen nicht angepasst seid Alex und verlassen hat und mussten nun feststellen, dass wir auch ohne Probleme zu zweit 500 Gramm Nudeln verdrücken können.


Von unserem Picknicktisch aus hatten wir einen super Blick darauf, wie die Sonne langsam hinter der Südinsel versunken ist. Am nächsten Morgen sind wir an der Küste entlang zum Leuchtturm gelaufen - Cape Palliser. Es war unglaublich heiß und trocken und die Sonne ist nur so auf uns runter gebrannt. Auf dem Weg kamen wir an der größten Robbenkolonie der Nordinsel vorbei und hatten die Gelegenheit, den Jungtieren beim spielen zuzusehen. Die, an dieser Stelle felsige Küste, war von einer Vielzahl dieser Meeressäuger bevölkert. Unter ihnen war auch ein gut 2,5 Meter langer und bestimmt 300 kg schwerer Seelöwe, der sich die Sonne auf den Pelz brennen ließ.




Nach einer Zeit hatten wir genug Robben gesehen und haben die 250 Stufen bis zum Leuchtturm erklommen. Von hier oben hatte man einen guten Ausblick über die Küste und die ununterbrochen am Horizont sichtbare Südinsel.



 Irgendwann haben wir uns auf den Rückweg zu unserem Camp gemacht. Verschwitzt und überhitzt haben wir dann erstmal die Wassertemperatur getestet. Fazit: Es ist Schweinekalt! An diesem Abend haben wir von zwei Kiwis, beide Hobbyfischer, Fisch und Paua (unserer Meinung nach irgend eine Art Meerschnecke) probieren lassen, welche sie tagsüber gefangen hatten. Nach den fleischlosen letzten Tagen waren uns diese Delikatessen sehr willkommen. Am nächsten Morgen haben wir uns nach einer Komplettaufräumaktion unseres Autos zurück auf den Weg Richtung Wellington gemacht. Nachdem wir in Lower Hutt, einer größeren Stadt auf der anderen Seite des Wellingtoner Hafen unsere Vorräte aufgefüllt hatten, haben wir uns nach einem Schlafplatz umgesehen. Die Wahl viel auf einen Campingplatz mitten im Wald. Der Reiz hierbei war, dass wir erstmal 15 Minuten vollbepackt durch den Wald laufen mussten um zum Platz zu gelangen. Das hat uns gezeigt, dass wir auf jeden Fall einiges im Auto lassen müssen, wenn es an irgendwelche Mehrtagestouren geht. Die letzte Nacht haben wir idyllisch mit Lagerfeuer im Wald verbracht.


Heute morgen ging es dann zurück nach Wellington, um Alex wieder vom Flughafen abzuholen. Nachdem wir in Wellington noch ein bisschen die Zeit totgeschlagen haben, sind auf die Fähre zur Südinsel gefahren. Jetzt sitze ich gerade hier und schaue dabei zu, wie wir in den Hafen von Picton einlaufen. Vier Monate hat es gedauert, doch jetzt sind wir endlich hier, auf der "schönsten" Insel Neuseelands.




-Felix

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