Samstag, 13. Februar 2016

Auf dem Glacier Highway bis nach Wanaka

Von Hokitika aus sind wir für 2 Tage auf einen Campingplatz am Ufer des Lake Mapourika gefahren. Von hier aus haben wir dem wohl touristischsten Spektakel, welches wir bis jetzt in Neuseeland gesehen haben, beigewohnt, nämlich der Besichtigung des Franz Josef und des Fox Gletschers. Am Tag unserer Ankunft sind wir direkt nach Franz Josef Village gefahren, um uns einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Im Besucherzentrum haben wir uns dann für den folgenden Tag eine 8-stündige Route ausgesucht, welche uns einen schönen Ausblick auf den Fox Glacier geben sollte. Da es erst 17:00 Uhr war, hatten wir uns dazu entschieden, den Franz Josef Gletscher noch am selben Tag zu besichtigen. Am Parkplatz angekommen haben wir uns für den Standart-Touriweg entschieden. Obwohl es schon halb 6 war, war noch einiges los. Das besondere an diesen beiden Gletschern ist nämlich, dass sie sehr tief und nahe am Meer liegen und daher direkt an Regenwald angrenzen, was so normalerweise untypisch ist. Nach 45 Minuten waren wir so nahe am Gletscher dran, wie es uns die Absperrungen erlaubt haben. Es ist echt erschreckend zu sehen, wie stark der Gletscher im Vergleich zu Bildern von 2008 bereits abgeschmolzen ist. Schade ist auch, dass zwar überall geschildert wird, dass die Gletscher bald ganz abgeschmolzen sein werden, aber die Gelegenheit die Menschen über den Klimawandel zu informieren leider gar nich genutzt wird. Gerade an solch einem touristischen Spot, welcher, insofern sich nichts ändert vielleicht nur noch 5-10 Jahre existiert, wäre eine solche Aufklärung wohl am effektivsten. Fast schon beeindruckender als der Gletscher selbst war das Tal welches über die Jahre vom Eis geformt wurde. Senkrechte Steilwände grenzen das Tal ein, durch welches sich ein breiter, vom Gletscher gespeister Fluss schlängelt.


 Normalerweise würde ich unser Abendessen hier nicht erwähnen, aber da Alex durch seinen Beitrag zur Instant Noodles Backpackerküche ein so schlechtes Licht auf unsere Ernährung geworfen hat, tu ich's doch.Es gab panierte Fischfilets mit Karottengemüse, letzteres haben wir sogar zu 100% selbst gemacht! Generell sind Dosenfutter und Instantnudeln nur unsere Notration, für den Fall das wir aus irgendeinem Grund keine Lust oder Möglichkeit zum kochen haben. Das kommt aber eher selten vor. Die meiste Zeit ernähren wir uns von Pizza oder Nudeln mit Fertigsoße, wir leben also durchaus gesund!

Am nächsten Morgen sind wir dann dem Mount Fox Track gefolgt, um einen besseren Ausblick auf den Fox-Glacier zu bekommen. Der Weg war unglaublich steil und fordernd. 3 Stunden lang haben wir uns im Regenwald über Wurzeln und Baumstämme nach oben gekämpft. An der Baumgrenze angekommen, haben wir uns allerdings inmitten einer Wolkenfront wiedergefunden. Was einen Ausblick wir doch hatten. Ganze zwei Stunden saßen wir dann am Gipfel und haben lesend und schlafend darauf gewartet, dass der Himmel aufzieht. Zweimal haben die Wolken kurz die Sicht auf den Gletscher freigegeben und wir konnten kurze Blicke erhaschen. Daher haben wir die Gletscher leider nur von unten gesehen und hatten keinen Blick auf die Plateaus über den Gletscherzungen. Der fehlende Ausblick war zwar etwas schade, aber das schlechte Wetter gehört ja auch irgendwie mal dazu und die Wanderung war trotzdem echt cool. Zurück auf unserem Campingplatz haben wir uns zur Abkühlung erstmal in den See gestürzt.


Aufgrund der schlechten Aussicht haben wir uns den Fox-Glacier am nächsten Tag nochmal von unten angesehen. Zusammen mit zehntausend Asiaten haben wir die 30-minütige Wanderung durchs Gletschertal gemeistert. Danach ging's an der Westküste entlang weiter Richtung Haast. Hier mussten wir die nächste Enttäuschung erdulden. Wir sind bei Haast von einer größeren Stadt ausgegangen, war sich doch auf der Karte in 3 Ortsteile geteilt. Leider handelte es sich bei Haast nur um einen winzigen Ort. Damit ist auch unsere Hoffnung auf einen Supermarkt gestorben, wir haben nur einen überteuerten Generalstore vorgefunden. Das nötigste haben wir aber trotzdem gekauft - Wasser, Haferflocken und Cookies. Von hier aus ging unsere Route ins Landesinnere. Die Strecke war landschaftlich sehr schön, da man den Übergang von Regenwald zu Gletschertälern sehr schön beobachten konnte. Übernachtet haben wir in einem dieser, von längst vergessenen Gletschern geformten Täler.

Am nächsten Morgen sind wir weiter in den Süden gefahren. Unterwegs haben wir die Thunderstorm Creek angeschaut - einen 26 Meter hohen Wasserfall; sowie für einige kleinere Lookout-Walks angehalten und konnten dadurch gut beobachten, wie die Landschaft immer karger wurde, bis wir zuletzt zwischen dem Lake Wanaka und dem Lake Hawea hindurch auf Wanaka zugefahren sind.




-Felix

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