Dienstag, 29. Dezember 2015

Tongariro Alpine Crossing - Auf zum Schicksalsberg!

Nachdem wir in Taupo vorgestern kein Hostel mehr gefunden haben, sind wir direkt weiter nach Turangi gefahren. Dieser Ort liegt ebenfalls am Lake Taupo, dem größten See des Landes, allerdings 50 Kilometer weiter südlich. Gestern sind wir dann bereits um 05:30 in aller Herrgottsfrüh aufgestanden um die angeblich schönste eintägige Wanderung Neuseelands zu bestreiten, das Tongariro Alpine Crossing. Die Strecke zieht sich 20 Kilometer durch die Kraterlandschaft des Tongariro National Parks. Von unserem Hostel in Turangi aus sind wir nochmal 30 Minuten bis zum Ketetahi car park gefahren, dem Ziel unserer Wanderung. Von hier aus hat uns ein Bus nach weiteren 30 Minuten zum Mangatepopo car park gebracht. Von hier aus sollte unsere Wanderung starten. Es war 07:26 als wir losgelaufen sind.


Die ersten 2 Stunden sind wir durch das Mangatepopo-Valley bis zum Sout Crater aufgestiegen. Bereits hier war die Vegetation spärlich. Außer ein paar verschiedenen Gräßern, die hier und da zwischen Steinen hervorsprießten, gab es keine Pflanzen. Auf dem South Crater angekommen musste jegliches Grün Fels und Sand weichen. Von hier aus gab es eine Zusatzroute, welche für uns einfach Pflicht war. Die Besteigung des Mount Ngauruhoe, einige von euch dürften ihn als "Schicksalsberg" kennen (Mount Ngauruhoe und die Umgebung außenrum dienten Peter Jackson in seinen Herr der Ringe - Filmen als Kulisse für Mount Doom und Mordor), war ein Abenteuer für sich. Es gibt keinen ausgeschilderten Weg auf den auf 2287 Metern liegenden Kraterrand. Wer die atemberaubende Aussicht über Mordor genießen will, muss den alten Lavaströmen folgen und sich bei einer Steigung von 45° bis nach oben kämpfen. Wie Frodo und Sam mit Gollum auf den Fersen haben wir uns also auf den Weg gemacht. Oben angekommen haben wir einmal den Krater umrundet und hatten einen unglaublichen Blick auf die karge Landschaft des Nationalparks. Außerdem haben wir hier oben doch tatsächlich Schnee gefunden. Maxi war ganz glücklich und hat diesen erstmal auf seine Qualität getestet ;).




Danach ging es an den Abstieg, und hier wurde es echt anspruchsvoll, da der gesamte Vulkan gefühlt nur aus Geröll und Kies bestand und es eher ein runterrutschen als ein runterlaufen war. Dennoch hat es rießen Spaß gemacht und der knöchelhohe Kies hat sich angefühlt wie Tiefschnee. Wieder unten ging es über den South Crater, welcher einer Wüste ähnelt, bis zum Red Crater hinauf. Hier hatten wir nochmal einen schönen Blick auf Mount Doom.




Von diesem Punkt aus ging es dann nur noch Berg ab, an den Emerald Lakes vorbei, an deren Ufern Schwefelablagerungen zu sehen sind, und die einen schwefeligen Geruch verbreiten, durch den Central Crater zum Blue Lake. Hier haben wir eine letzte Essenspause eingelegt. Unser Proviant bestand aus Äpfeln, gekochten Eiern, Müsliriegeln, Keksen und Schinkentoasts. Den größten Teil hatten wir bereits auf Mount Doom gegessen und am Red Crater bekam jeder ein zweites Schinkentoast. Am Blue Lake wurden also nur noch die letzten Eier vernichtet.





Mit jedem weiteren Schritt bergab kamen auch langsam die Gräßer zurück, während die schiere Größe des Lake Taupo nur am Horizont zu erahnen war.


Ungefähr 1,5 Stunden später sind wir kurz unterhalb der Ketetahi Hut sogar durch bewaldetes Gebiet gelaufen. Der Wald war eine Mischung aus tropischen Pflanzen und Laubbäumen und in anbetracht der prallen Sonne, der wir den ganzen Tag ausgesetzt waren, spendete uns der Schatten der Bäume eine willkommene Abkühlung. Um 18:30 waren wir wieder bei unserem Auto am Ketetahi car park. Ganze 11 Stunden und 4 Minuten sind wir durch den Tongariro National Park gelaufen und es war definitiv die beste Wanderung, die wir bisher gemacht haben. Diese unwirklich erscheinende Vulkanlandschaft und die unglaubliche Aussicht - wir haben sogar den Mount Taranaki am Horizont gesehen, einen kegelförmigen Vulkan, welcher 150 Kilometer Luftlinie entfernt an der Westküste Neuseelands liegt - haben dieses Erlebnis einzigartig gemacht.

Heute sind wir zurück nach Taupo gefahren, da wir hier mittlerweile ein Hostel bekommen haben. Die nächsten Tage werden wir also Taupo unsicher machen.

-Felix

Samstag, 26. Dezember 2015

Raglan



Die letzten 5 Tage haben wir in dem Surferort Raglan verbracht und uns im Surfen - genauer gesagt im Wellenreiten - versucht. Da wir mal wieder zu geizig für einen Kurs waren, musste es eben auch ohne funktionieren. Wir haben uns am 23. also kurzerhand 3 Surfboards und 3 Wetsuits geliehen und sind zum Strand. Hier ist nochmal anzumerken, was für ein Platzwunder unser Auto doch ist, haben wir doch 3 Surfboards und 3 Personen ohne Probleme transportieren können.


Als wir gut 6 Stunden später wieder gefahren sind, hatten wir das Grundprinzip schon raus. Die eigentliche Schwierigkeit ist nicht das Surfen an sich, denn wenn man mal auf dem Board steht, dann bleibt man meist auch stehen. Der Weg dahin ist der schwere Part des Surfens. Beginnend mit der Aufgabe sich durch die Wellen ein Stück nach draußen zu kämpfen, wo die etwas größeren Wellen brechen, muss man dann die richtige Welle auswählen, im richtigen Moment lospaddeln um auf die Welle zu gelangen und dann auch noch aufstehen, um die Kontrolle über das Board zu bekommen. Wir haben das ganze aber ganz gut hinbekommen und auch die ein oder andere Welle gestanden. Danach sind wir in unser Hostel gefahren, welches ein gutes Stück auserhalb von Raglan am Fuße des Mt Karioi lag. Die Lodge hatte eine idyllische Athmosphäre. Außer Reichweite von Handyempfang liegt die große Wohnküche, welche von 19 Zimmern umgeben ist mitten in einem hügeligen Stück Regenwald. An diesem Abend sind auch Carla, Vanessa, Laura und Jasmin, nette Mädels die wir in Kerikeri kennen gelernt haben und die in Raglan mit uns Weihnachten feiern wollten, im Hostel angekommen. Nach einem gemütlichen Abend sind wir dann ins Bett gegangen. Da wir am Vortag so viel Spaß beim Surfen hatten, sind wir am nächsten Morgen gleich wieder los. Erst gings in den Ort zum Surfverleih, dann zum Strand, die Mädels waren diesmal auch dabei.


Den Vormittag haben wir also wieder am Strand verbracht, unsere Surfskills verbessert und uns den ein oder anderen Sonnenbrand geholt. Als am Nachmittag gegen 2:30 die Ebbe kam, die Wellen somit nicht mehr so schön gebrochen sind und der Weg bis zum Wasser auf einmal 40 Meter länger war, haben wir beschlossen nach Raglan zu fahren und für den heiligen Abend einzukaufen. Als wir in Raglan ankamen hat es angefangen zu regnen, recht viel länger wären wir so wohl also auch nicht am Strand geblieben. Für das Christmas-Dinner im Hostel sollte jeder etwas mitbringen, um dann alles zu teilen und eine schöne Auswahl zu haben. Maxi hat seine - in Kerikeri erworbenen - Brezenbackskills ausgepackt, und Alex und ich haben uns für einen weihnachtlichen Nudelsalat mit Zimt entschieden. Wir waren mit dem Ergebnis unserer Kochkünste mehr als zufrieden und sowohl der Nudelsalat als auch die Brezen waren nach nichtmal 20 Minuten komplett aufgegessen. Die Gerichte der anderen Hostelbewohner waren auch alle sehr lecker. Es gab unter anderem zahlreiche Salate jeder Art, schwedische Meatballs, ein unglaublich gutes Bananen-Schoko-Sahne-Dessert und der Besitzer des Hostel hat sogar einen Truthahn spendiert.


Es ist an diesem Abend mit dem Schlafengehen doch etwas später geworden. Am nächsten Morgen haben wir eine gemeinschaftliche Fahrt ins Free-WLAN unternommen um alle ganz brav unsere Eltern anzurufen und ihnen frohe Weihnachten zu wünschen (an dieser Stelle nochmal fröhliche Weihnachten an euch alle). Danach haben wir nicht mehr wirklich viel unternommen. Wir waren alle noch müde vom Vortag und haben einfach mal ein bisschen entspannt. Heute sind wir ein letztes mal Surfen gegangen ( wir werden immer besser), um das schöne Wetter nochmal richtig auszunutzen. Danach haben wir uns nach einem letzten gemeinsamen Burgeressen von den Mädels verabschiedet und haben uns mit dem Auto auf den Weg nach Taupo gemacht.

-Felix

Dienstag, 22. Dezember 2015

Westcoast

Hier nur kurz ein kleines Update. Gestern sind wir an der Westküste entlang nach Süden gefahren. Unterwegs haben wir einige kleinere Stopps eingelegt um unter anderem Neuseelands ältesten Kauri zu betrachten. Der Baum war der größte, den wir bisher gesehen haben. Dann ging es auf kurvigen Straßen durch Regenwälder weiter südlich. Übernachtet haben wir in Auckland und so nochmal einen schönen Blick auf die Skyline bei Nacht werfen können. Mittlerweile sind wir in  Raglan, wo wir wohl über Weihnachten bleiben werden. Hierbei handelt es sich um einen kleineren Surferort an der Westküste. Unser Hostel liegt idyllisch außerhalb in einem kleinen Wäldchen. Allerdings haben wir hier überhaupt keinen Empfang, von daher kann ich euch eventuell nicht auf dem Laufenden halten.

Sonntag, 20. Dezember 2015

A last look at the Bay of Islands

Zuerst einmal tut es mir leid, dass es so lange nichts von mir zu hören gab. Der Grund dafür ist, dass einfach nichts allzu interessantes passiert ist. Unsere Tage bestanden in den letzten 6 Wochen aus Arbeiten, Essen und Schlafen. Nun haben wir diesen Abschnitt aber auch überstanden und mit nur 8 Bienenstichen bin ich eigentlich auch ganz gut weggekommen. Die Honigfabrik geht in die Sommerpause und wir gehen wieder auf die Straße. Headin' South!

Alex und ich haben deshalb heute einen letzten Blick auf die Bay of Islands geworfen, um der Region, die nun für die meiste Zeit der letzten 3 Monate unser Zuhause war, lebewohl zu sagen.
Um 10 Uhr morgens waren wir am Flughafen. Nach einer guten Stunde Einweisung und Vorbereitung saßen wir in dem kleinen Propellerflieger der uns auf 16000 Fuß - fast 5000 Meter - bringen sollte. Der Himmel war wolkenlos, die Aussicht atemberaubend - perfekte Bedingungen für einen Skydive. Ungefähr 10 Minuten hat es gedauert, bis die gewünschte Höhe erreicht war. Und dann war es soweit, es gab kein zurück mehr. Der einzige Weg nach unten war nur mittels Fallschirmsprung aus dem Flugzeug zu bewältigen.





Das Gefühl des Fallens weicht bereits nach den ersten Sekunden einem ganz anderen. Als ich da draußen war, umgeben von nichts als Luft, da hat es sich angefühlt als würde ich fliegen. Nach 70 Sekunden freiem Fall wurde der Fallschirm geöffnet. Nun hatten wir Zeit ein letztes Mal - und von einer ganz anderen Perspektive - die Schönheit der Region zu genießen, während der wir langsam aber sicher auf den Boden zuschwebten. Außerdem durften wir den Fallschirm selbst steuern. Es mag klischeehaft klingen, aber während man da oben im Himmel hängt, fühlt man sich frei und unantastbar. Nach weiteren 8 Minuten sind wir sicher auf dem Boden angekommen. Das Ganze war für mich eine unglaubliche Erfahrung an die ich mich noch lange zurück erinnern werde. Da die Fotos mal wieder nicht aussagekräftig genug sind, hier noch ein Video.

Morgen geht es endlich mit dem Reisen weiter, und so schön es hier auch ist, es wird Zeit, dass wir Kerikeri verlassen.

-Felix

Mittwoch, 25. November 2015

Routine

Mittlerweile sind es zweieinhalb Wochen und die Routine ist allemal eingekehrt. Wir sind an dem Punkt angekommen, wo ich damals zu Schulzeiten war, wenn man morgens aufsteht und sich denkt: Ich will da nicht mehr hin. Naja ganz so schlimm ist es dann wohl doch noch nicht. Wenn wir in der Honigfabrik nichts zum dekontaminieren haben, dann dienen wir als Mädchen für alles. Letztens hab ich zum Beispiel einen Nachmittag damit verbracht für eine Testextraktion 600 Deckel auf 600 befüllte Honiggläser zu schrauben - es gibt schlimmeres. Aber genug davon, das Leben im Hostel hat im Vergleich zur Farm den Vorteil, dass man viele neue Leute kennen lernt. So haben wir am Montag einen kleinen thailändischen Kochkurs bekommen - kochen können wir deshalb trotzdem noch nicht ;).


Letzten Sonntag waren wir in einem Papageienzoo hier in Kerikeri.Die Vögel waren echt beeindruckend, saßen auf unseren Schultern und sind in all den Farben schön anzusehen. Danach haben wir noch einen kleinen Abstecher bei Rewa's Village, einem nachgebauten Maoridorf, gemacht. Dies war jedoch eher enttäuschend, oder wie Maxi es ausgedrückt hat: "10 $ für einen Wald in dem Kinder hässliche Baumhäußer gebaut haben."

-Felix

Sonntag, 15. November 2015

Work Hard

Da die erste Woche mittlerweile überstanden ist, kommt hier mal ein kleiner Rückblick. Seit der letzten und für die nächsten 5 Wochen, also ca. bis Weihnachten, werden wir in Kerikeri arbeiten. Maxi und Ich arbeiten in einer Honigfabrik, Alex auf einer Kiwi-Plantage. Bisher sind wir alle recht zufrieden mit unseren Jobs. Wir sind in der Honigfabrik für die Dekontaminierung der Bienenstöcke zuständig, d.h. wir überprüfen jeden einzelnen Bienenstock auf tote oder lebende Bienen, entfernen überschüssiges Wachs und Larven, bevor die Boxen dann in die Exktraktion weitergegeben werden, wo der Honig aus den Waben geholt wird. Die Arbeit ist anstrengend und eine durchschnittliche Arbeitszeit von 10 Stunden pro Tag ist auch nicht gerade wenig. Allerdings werden wir mit 10,50 € pro Stunde für einen Backpacker-Job auch nicht allzu schlecht bezahlt, und bekommen auch einen Großteil der Steuern die wir zahlen wieder zurück, was die Anstrengung in unseren Augen wieder aufwiegt.

Während der nächsten Wochen wohnen wir in einem Hostel in Kerikeri. Wenn es uns auch schwer gefallen ist die Farm zu verlassen, so fühlen wir uns in unserer neuen Bleibe auch recht wohl.

Unsere Hütte :)

Wenn unsere Hütte auf den ersten Blick klein und schäbig aussieht, und dass ist sie, keine Frage, dann ist es dennoch sehr gemütlich hier.
Posts wird es dennoch geben, wenn wir an den Wochenenden etwas unternehmen oder etwas interessantes zu erzählen ist, allerdings nicht so zahlreich wie während dem Reisen.

-Felix

Freitag, 6. November 2015

Wir sind im Auenland

Nachdem wir heute morgen den Redwood Forest von Rotorua erkundet haben, wobei wir für 2 Stunden unter den verschiedensten Größen von Bäumen umher gewandert sind, haben wir uns auf den Weg gemacht, dem Auenland mal einen Besuch abzustatten.


Für die 2 Stunden Tour, welche um 16:30 Uhr gestartet hat, haben wir 75$ pro Person gezahlt - fast
ein bisschen viel, aber als wahre Hobbits durften wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Die Führung war sehr interessant. Wir haben zum Beispiel erfahren, dass es verschiedene Größen von Hobbithöhlen gibt um den Größenunterschied zwischen Hobbits und Menschen zu erzeugen und dass es zwar 2 Jahre gedauert hat, das Filmset aufzubauen, insgesamt aber nur 12 Tage darin gedreht wurde. Während wir so durch Hobbiton gelaufen sind hatten wir genug Zeit alles unter die Lupe zu nehmen. Leider ist Hobbiton nur ein Aussenset, und die Höhlen hören nach einigen Metern auf, da die Szenen im Inneren der Höhlen im Studio gedreht wurden.





Nachdem wir unsere Tour durch Hobbiton beendet hatten, sind wir im berühmten Green Dragon eingekehrt. Hier haben wir bei einem echten auenländischen Bier die Atmosphäre genossen.


Danach haben wir dem Auenland mit einem letzten Blick auf Hobbiton den Rücken gekehrt.


Unsere Reise ist hier vorerst vorbei. Am Montag werden wir mit unserem Job in Kerikeri anfangen, daher wird auch die Anzahl der Posts hier wieder zurück gehen. Bis dann!

-Frodo






Donnerstag, 5. November 2015

Harte Rückschläge

Unser Tag heute hat eigentlich ganz entspannt angefangen. Die Nacht im Auto ist überraschend gut verlaufen, ich habe sogar 7 Stunden durchgeschlafen :). Nach einem leckeren Frühstück, es gab Marmeladentoasts und Müsli, erreichte uns dann allerdings ein Anruf von unserem Arbeitgeber. Er braucht aus irgendeinem Grund nur noch 2 anstelle von 3 Leuten. Das stellt uns jetzt vor die harte Entscheidung ob wir den Job dennoch annehmen oder nicht. Diese Nachricht hat die Stimmung heute ein bisschen gedrückt, da wir eigentlich den kompletten Verlauf der Reise nach diesem Job gerichtet haben. Bis jetzt tendieren wir dazu, trotzdem zuzusagen und einer muss sich dann in Kerikeri nochmal etwas suchen.
Ansonsten haben wir heute nur eine kleine Wanderung zur alten Eisenbahnlinie gemacht, mit der früher die Metalle aus der Region geschafft wurden.


Danach sind wir weiter in den Süden gefahren. Jetzt sind wir in Rotorua, wo wir die Nacht verbringen werden. Schaut bei Alex vorbei :).

Mittwoch, 4. November 2015

Auf den Spuren der Goldgräber

Mittlerweile sind wir seit 5 Tagen auf der Coromandel Peninsula unterwegs und sind schon ein gutes Stück herumgekommen. Heute ging es von Whitianga aus über Tairua, wo wir auf einen kleinen alten Vulkan hinauf gelaufen sind und dadurch einen netten Ausblick auf die Bucht und das Dorf Tairua hatten, ins Puketui Valley.

Tairua
Die zahlreichen Stollen der Golden Hills Mine ziehen sich durch dieses Gebiet und sind teilweiße über Wanderwege zu erreichen. Auf unserer Wanderung durch das Tal war es demnach unser Ziel möglichst viele der alten Minen zu erkunden.

zurzeit haben wir den Drang überall rumzuklettern
Nach etwa 4 Stunden, in denen wir durch das Tal gelaufen sind, haben wir 4 alte Stollen gefunden. Unter ihnen war auch der Collins Drive, ein 500 Meter langer Minentunnel, der einmal komplett durch den Berg führt.

Collins Drive

Die interessanten/gefährlichen Seitenarme dieser Mine, sowie die Seitenarme eines anderen Stollens wurden (leider) abgesperrt, sodass wir diese nicht erkunden konnten. Einer der Tunnel war so matschig, dass ich ihn barfuß erkunden und hierbei fast knietief durch den Schlamm waten musste. Die Stollen waren von Glühwürmchen bevölkert, welche die Minendecken in Sternenhimmel verwandelt haben, sobald wir die Stirnlampen ausgemacht hatten.Von einem erhöhten Aussichtspunkt aus hatten wir auch einen guten Blick auf The Pinnacles, den Berg den wir vor ein paar Tagen erklommen haben. Dieses Mal kamen wir allerdings von der anderen Seite.

The Pinnacles (links)
Am späten Nachmittag sind wir nach Waihi weiter gefahren, wo wir übernachten wollten. Unglücklicherweise haben wir hier kein Hostel gefunden, was uns dazu zwingt unsere erste Nacht im Auto zu verbringen. Da wir aber sowieso schon seit dem Autokauf testen wollten, ob wir zu dritt einigermaßen vernünftig im Auto schlafen können, finden wir diesen Gedanken gar nicht so schlimm. Wie es uns bei unserer Nacht im Auto ergangen ist, erfahrt ihr im nächsten Post.

-Felix

Dienstag, 3. November 2015

Cathedral Cove

Heute haben wir uns den Cathedral Cove angesehen, welcher für seine aussergewöhnlichen Felsformationen bekannt ist. Zusammen mit dem Hot Water Beach ist es einer der bekanntesten Strände der Region. Von Hahei Beach (einem kleinen Ferienort) aus ging es an der Küste entlang zum Strand. Auf dem Weg dahin gab es einige schöne Abzweigungen, wie zum Beispiel den kleinen Pfad hinunter zum Stingray Beach.


Hier haben wir zum ersten Mal die Felswände gesehen, die nach ein paar Metern Sand in die Höhe ragen. Dieser Anblick hat mich schon ordentlich beeindruckt, aber am Cathedral Cove angekommen, sollte es noch unglaublicher werden. Den Strand betritt man durch einen in den Fels gewaschenen Torbogen, welcher durch die 20 Meter breite Klippe führt.



Der Gedanke daran, dass dieses Wunder der Natur irgendwann unter seinem eigenen Gewicht zusammen brechen wird, zeigt mal wieder wie gewaltig die Naturgewalten doch sind. Auf der anderen Seite des Bogens ragt ein Fels fast säulenähnlich in die Höhe und lässt darauf schließen, welches Schicksal der Torbogen wohl teilen wird. Trotz der, für neuseeländische Verhältnisse, großen Anzahl an Touristen haben wir uns erstmal in den Sand gesetzt, einen Lunch zu uns genommen und die Sonne genossen. Doch nicht nur die Strände an der Ostküste von Coromandel sind beeindruckend, sondern auch die zahlreichen kleinen Inseln, die vor der Küste in die Höhe ragen.



Wir hätten stundenlang sitzen bleiben können um die Schönheit der Natur um uns herum zu bestaunen, nach einiger Zeit haben wir uns aber wieder auf den Rückweg gemacht.

-Felix

Montag, 2. November 2015

Hit The Road

Nachdem wir heute mit weniger Muskelkater aufgewacht sind als ursprünglich angenommen, haben wir uns dennoch dafür entschieden es heute langsamer angehen zu lassen. Da Thames in seiner Entstehung eine Goldgräberstadt war, haben wir uns am Vormittag eine alte Mine angesehen. Nach einer interessanten Führung durch einen kleinen Teil der Tunnel und einer Vorführung der alten Maschinen, konnten wir uns auch selbst im Gold waschen versuchen – leider ohne Erfolg. Danach sind wir auf dem State Highway 25 weiter Richtung Coromandel Town gefahren. Die Straße ging an der Küste entlang und wir konnten auf ein Neues die unglaubliche Natur Neuseelands bestaunen.



In Coromandel Town angekommen und nach einem gesunden Mittagessen - es gab Sandwiches und Pommes - haben wir uns dazu entschlossen noch ein Stück weiter zu fahren, da es uns in Coromandel Town nicht ganz so gut gefallen hat. Unser nächstes Ziel war Whitianga, allerdings haben wir uns gegen den SH 25 entschieden und sind stattdessen über die Road 309 gefahren. Hierbei handelt es sich um die ältere, unasphaltierte Straße, welche durch das Landesinnere von Coromandel verläuft. Einem Gerücht zufolge heißt die Straße so, weil es 309 Kurven bis zur Ostküste sind. Wir hatten so auf jeden Fall einen schönen Blick auf einen Wasserfall und konnten einen kleinen Spaziergang durch einen alten Kaurihain machen, während wir die Natur im Landesinneren von Coromandel genossen haben.



In Whitianga angekommen haben wir den Tag nach der Hostelsuche noch am 18 km entfernten Hot Water Beach ausklingen lassen. Wegen vulkanischer Aktivität tritt hier heißes Wasser aus dem Boden aus. Die Stelle ist allerdings nur bei Ebbe zu erreichen. Mit kleinen Spaten bewaffnet sind wir also los zum Strand. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass dieser wohl bei Touristen sehr beliebt ist, da einige Leute in kleinen selbst ausgehobenen Löchern an besagter Stelle saßen. Wir haben gleich mal ein bestehendes Loch übernommen und uns mit unseren Schaufeln ans Werk gemacht dieses zu verbessern. Dort im warmen Wasser am Strand zu sitzen und auf den Ozean zu schauen ist auf jeden Fall sehr schön. Mit dem Ende der Ebbe kamen die Wellen dann aber immer näher an uns heran, was auch dafür gesorgt hat, dass mehr heißes Wasser aus dem Boden gezogen wurde. Als uns das Wasser zu heiß wurde, haben wir uns auf den Heimweg gemacht.

-Felix

Sonntag, 1. November 2015

Das Leben auf dem Meer

Die letzte Woche haben wir auf einem Katamaran in Opua gelebt. Während wir diesen für Rob und Ruth gereinigt haben, haben wir auch einige interessante Erfahrungen gemacht. Am Montag Mittag sind wir in Opua angekommen und haben von Rob und Ruth erstmal einen Überblick über Opua bekommen. Wirklich viel gibt es hier allerdings nicht zu sehen. Das Dorf besteht im Prinzip nur aus ein Paar Häusern, einem einzigen kleinen Supermarkt und dem Yachthafen. Als Fortbewegungsmittel wurde uns ein kleiner Dingy zur Verfügung gestellt, mit dem wir zwischen der sicheren Küste und unserem temporären Wohnsitz hin und her fahren konnten. Zu Beginn sind wir also zur Yacht hinaus gefahren um diese in den Hafen zu bringen. Dadurch war es leichter unser Gepäck an Bord zu bringen und wir hatten die Möglichkeit den Katamaran erstmal grob mit fließendem Wasser zu putzen. Am Abend sind wir dann wieder zur ca 500 Meter entfernten Boje in der Bucht gefahren. Von diesem Zeitpunkt aus waren wir auf uns allein gestellt. Der Katamaran hat 3 Doppelbetten, eine Küche, ein paar Stauräume und das Cockpit, welches uns als Aufenthaltsraum gedient hat. Versorgen mussten wir uns selbst, weshalb wir wieder auf unsere abwechslungsreiche Ernährung bestehend aus Nudeln und Salat umgestiegen sind. Mittwoch und Freitag sind wir aber von Rob und Ruth zum Essen eingeladen worden.  Die nächsten Tage sind sehr schnell vergangen. Neben der Arbeit haben wir unter anderem eine kleine Kayaktour durch die Bucht gemacht oder auch einmal eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Nachdem wir die ganze Woche bereits unser Glück im Fischen versucht hatten, und uns bereits 2 Fische von der Angel gesprungen waren, haben wir es am Donnerstag endlich geschafft einen Fisch zu fangen. Stolz wie wir waren, haben wir diesen dann erstmal gegessen und dabei unsere miserablen Kochkünste unter Beweis gestellt. Geschmeckt hat es uns aber trotzdem. Obwohl sich das Leben auf dem Meer vom Landleben gar nicht so viel unterscheidet, war es doch eine interessante Erfahrungen und auf jeden Fall angenehm, den Ozean immer vor der Haustür zu haben.
Mittlerweile sind wir in Thames im Coromandel ungefähr 6 Autostunden südlich von Opua. Hier gönnen wir uns gerade ein bisschen Urlaub bevor wir in Kerikeri mit dem Arbeiten anfangen. Heute sind wir extra um 5 Uhr aufgestanden, um das größte Spektakel der südlichen Hemisphäre zu betrachten, das Rugby Worldcup Final New Zealand vs Australia. Neuseeland hat mit dem Sieg 34 : 17 gleich 2 neue Rekorde aufgestellt, nämlich 2 Mal hintereinander zu gewinnen und mit 3 Siegen die meisten Worldcups gewonnen zu haben. Nachdem wir Rugby am Anfang für einen Sport gehalten haben, bei dem große Menschen einander umtackeln, haben wir festgestellt, dass es auch hier System gibt.

Der Teil von unserer unglaublichen Wanderung auf die Pinnacles ist hier leider verloren gegangen. Ich werde ihn zu gegebener Zeit ergänzen.

 
-Felix

Montag, 26. Oktober 2015

Short Update

Seit Cape Reinga haben wir jetzt für weitere 7 Tage auf der Farm gelebt. In dieser Zeit haben wir neben der Arbeit einige Tagesausflüge unternommen. Wir waren zum Beispiel bei den Ngawha Springs, wo wir in den heißen Quellen gelegen haben, dem Wasser dort werden heilende Wirkungen nachgesagt. Danach haben wir auf jeden Fall schön nach Schwefel gestunken :). Gestern sind wir von Paihia aus zu den 5km entfernten Haruru Falls gewandert. Der Wanderweg an sich war echt schön und hat uns unter anderem durch einen Mangrovenhain geführt, der Wasserfall an sich war dagegen eher enttäuschend, da er im Vergleich mit anderen Wasserfällen, welche wir schon gesehen haben, viel zu touristisch ist und eine Hauptstraße gleich daneben vorbei führt. Heute verlassen wir die Farm auf ein Neues. Das Ziel ist Opua, ein kleines Dorf südlich von Paihia. Hier werden wir die nächste Woche auf Rob's Yacht wohnen, während er unser Auto repariert. Wir gehen davon aus, dass wir dort kein Internet haben, daher werdet ihr hier in der kommenden Woche wahrscheinlich nichts von mir hören.

-Felix

Montag, 19. Oktober 2015

At World's End - Cape Reinga

Am Samstag Nachmittag war es nach einigen Startschwierigkeiten endlich soweit. Wir haben unsere behütete Farm verlassen und uns auf die Reise in den Norden gemacht. Nach ca. 3 Stunden Fahrt sind wir dann auf unserem Campingplatz in Tapotupotu angekommen.

Unser Basecamp
Die Bucht mit dem Camplingplatz von oben.
Der Campingplatz war super schön in einer Bucht gelegen. Wir hatten das "Camping-Experience" Komplettpaket gebucht. Für 6$ pro Nacht und Person gab es kalte Duschen, kein Trinkwasser und weder Strom noch Handyempfang. Außerdem war der nächste Supermarkt 90 Kilometer entfernt. Darüber, dass Cape Reinga eine so isolierte Region ist, hatten wir uns natürlich vorher nicht informiert. Gut das wir ausreichend Proviant dabei hatten, nähmlich genug für 2x Abendessen und 1x Frühstück. Nachdem wir unser Zelt (welches wir von Diana ausgeliehen haben) aufgebaut haben ist es dunkel geworden. Zum Abendessen gab's Nudeln mit Tomatensoße. Wir sind dann auch recht schnell schlafen gegangen.  Am Sonntag sind wir nach einer kalten Dusche und einem spärlichen Frühstück (2/3 der Mahlzeiten bereits aufgebraucht) zu Fuß vom Campingplatz aus aufgebrochen. Cape Reinga war ca. 5km von unserem Campingplatz entfernt. Der Wanderweg ging an der Küste entlang über Strände und Klippen und war echt super schön. Die Vegetation ist aufgrund von schlechtem Boden und rauen Klima sehr karg. Pflanzen bleiben auf Strauchgröße um zu überleben.



Nach ungefähr 2 Stunden kam der Leuchtturm, welcher das Kap kennzeichnet, in Sicht.

Unter dem Leuchtturm erstmal nen Apfel


Nach dem wir einige Zeit die Aussicht genossen haben, sind wir für den Rückweg aufgebrochen. Diesmal haben wir uns mehr Zeit gelassen und einige Pausen gemacht. Wir sind beispielsweiße ein bisschen im Gras gelegen und haben die Sonne genossen. Außerdem haben wir mal wieder die Wassertemperatur getestet und festgestellt, dass es auch hier kalt ist.


Erstmal ein Nickerchen


Als wir gegen 17 Uhr hungrig wieder auf dem Campingplatz ankamen, haben wir unsere letzten Vorräte verkocht. Es gab mal wieder Nudeln mit Tomatensoße. Dann stellte sich die Frage: Was tut man auf einem Campingplatz mitten im Nirgendwo am Abend. Wir sind natürlich als professionelle Bayern an die Sache herangegangen und haben uns erstmal am Strand an den Picknicktisch gesetzt und Karten gespielt. Als es nach einiger Zeit dunkel und kalt wurde, sind wir ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen hat es geregnet. Das stellte uns vor die spaßige Aufgabe das Zelt im Regen abzubauen. Noch dazu hatten wir kein Frühstück und nur eine kalte Dusche. Doch es kam noch ganz anders. Als wir fertig gepackt hatten und endlich los wollten, ist uns das Auto nicht angesprungen. Wie zwei Tage vorher in Kerikeri war die Batterie leer. Nachdem uns zwei nette Franzosen Starthilfe gegeben haben, sind wir dann doch los.

Auf unserem Weg zurück nach Kerikeri haben wir noch einen Abstecher bei den Te Paki-Sanddünen gemacht, welche mit 50 Metern Höhe die größten Neuseelands sind. Außerdem haben wir uns auch den Ninty Miles Beach angeschaut, da wir aber schlechtes Wetter hatten, haben wir bei den Dünen als auch am Strand nicht allzuviel Zeit verbracht, weil wir immer noch nichts zum Frühstück gegessen hatten. Daher haben wir uns beim ersten Supermarkt erstmal wieder mit Essen eingedeckt.

Jetzt sind wir wieder auf der Farm in Kerikeri, wo wir wohl nochmal ein Paar Tage bleiben, bis unser Auto voll funktionsfähig ist.

-Felix